BANAle Bücher

"Altes" und "Neues" im BANA-Literatur-Seminar

Seit dem Sommersemester 2014 existiert im Serviceprogramm von BANA das literarische Seminar. Am Ende des jeweiligen Semesters wurden und werden die Ergebnisse in Form eines Buches auf unsere Seite gestellt. So sind bei BANA nun inzwischen 17 BANAle-Bücher entstanden, die allen BANA-Studierenden auf der ISIS-Lernplattform in der Dokumentensammlung zur Verfügung stehen. Die Ergebnisse des Sommersemesters findet man im BANAlen Buch Nr. 17

Die Literatur-Veranstaltungen des Wintersemesters beginnen am 25.10. um 14 Uhr im Raum 1019, Fraunhoferstraße 33-36. Für die Teilnahme an den dortigen Präsenzsitzungen (dienstags 14 - 16 Uhr, max. 15 Teilnehmer) bitte ich um Anmeldung (ufocali@web.de). Zusätzlich zu den Präsenzveranstaltungen werden die Sitzungen ( entsprechende Handouts und Informationen) auf der TU-Plattform ISIS für alle BANA-Studierenden stehen.

 

Unser Thema im Wintersemester ist das jüdisch-deutsche Leben Ende des 19. /Anfang des 20. Jahrhunderts.
Anhand einiger Romane, Sachbücher und Berichte über diese Zeit und über das Leben in dieser Zeit, also das Leben im deutschsprachigen Raum,  wollen wir vor allem die bürgerlichen Lebensweisen betrachten, dabei Über­legun­gen zu den entsprechenden politischen und gesell­schaft­lichen Entwicklungen anstellen und ggf. Schlüsse zu unserer Gegenwart gerade auch in Bezug auf Randgruppen oder besser gesagt Erscheinungsformen inner­halb einer Mehrheitsgesellschaft  ziehen.
Dazu müssen wir aber erst einmal über das 19. Jahrhun­dert hinaus in die fernere Vergangenheit gehen, um die jüdische Lebens­weise zu verstehen und wissen, wo  ihr natürlicher Ursprung ist, wie sie sich innerhalb einer geschlossenen Gesellschaft, also in der Diaspora, entwickelt haben, um eventuell Aufschlüsse für den Grund der Verfolgungen der Juden zu erhalten.
Die ersten Jahrhunderte der Geschichte der Juden in Deutschland wie auch im Rest von Europa war gekennzeichnet durch einen Wechsel von Duldung und Vertreibung, eine unablässige Folge landesherrlicher Ausplünderung und Schika­nieren bis hin zu Ermordungen. (Juden in Berlin Henschel-Verlag 2001 Seite 9)

Einen kurzen geschichtlichen Abriss über die Historie der Juden werden wir in der ersten Sitzung unseres Semesters vornehmen, um dann in den weiteren Semestersitzungen uns jeweils einen Roman zu dem entsprechenden  Thema vorzunehmen.

Überhaupt müssen wir auch den Begriff Jude klären. Ist es eine Religionszuge­hörigkeit, ist es eine ethnische Zuordnung? Ist der Begriff politisch zu sehen, eventuell mit Israel gleichzusetzen? Was verstehen Juden darunter?

Juden sind von anderen und von sich selbst unter verschiedenen Aspekten darge­stellt worden: als Angehörige einer Religion, einer Rasse, einer Nation. Dem rabbinischen Gesetz zufolge ist jeder, der eine jüdische Mutter hat, selber Jude. Laut diesem Gesetz gelten Menschen, die als Juden geboren wurden oder jüdische Vorfahren haben, selbst wenn sie zum Christentum oder einer anderen Religion konvertiert sind, immer noch als Juden. (Das jüdische Jahrhundert Bertelsmann  2001 S. 12)

- Ich bin sehr gespannt auf die Diskussion darüber in unseren Präsenzsitzungen und hege die Hoffnung, dass wir uns zum Ende des Semesters mit neuen und erweiterten Erkenntnissen über die bürgerlichen Lebensweisen dieser Zeit und die Folgen für unsere heutige Lebenswirklichkeit verabschieden können. -

Ab dem 25. Oktober (1. Sitzung der Literatur-Veranstaltungen BANAle Bücher) werden zu den wöchentlichen Themen jeweils die entsprechenden Handouts und Erklärungen auf ISIS für alle BANA-Studierenden stehen.

Kontakt:  Ursula Focali