BANAle Bücher - Werk/statt/Werk

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Geschichte und Praxis der Schreibschulen im deutschsprachigen Raum

Die im deutschsprachigen noch recht jungen Creative-Writing-Studiengänge erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit und wiederholen damit eine Entwicklung, die in den USA schon seit den 1970er Jahren zu beobachten ist. Sie haben in den letzten dreißig Jahren nicht nur erheblich zu einer Professionalisierung des Schreibens beigetragen – sie haben auch deutlich werden lassen, dass literarisches Schreiben das Ergebnis eines kollaborativen Prozesses ist. Die angehenden Autor*innen schreiben in den Schreibschulen qua Curriculum im Dialog mit anderen Personen – Dozent*innen, Mentor*innen, Kommiliton*innen –, und lernen ihren Text schon früh im Schreibprozess zirkulieren zu lassen. Ein wichtiger Professionalisierungsschritt ist die distanzierte Betrachtung und Verarbeitung der verschiedenen Rückmeldungen und schließlich die Übernahme der Verantwortung für den auf diese Weise entstandenen, bereits vor der Veröffentlichung durch diverse Feedbackinstanzen gegangenen Text. Damit fördern die Schreibschulen eine von genieästhetisch geprägten Autorschaftskonzepten lange Zeit kaschierte Dialogkultur zutage, von der literarische Schreibprozesse per se geprägt sind. In unserem Seminar werden wir diese Dialogkultur näher betrachten und darüber diskutieren, welche Vorstellungen und Traditionen von Kreativität und welches Bild vom Autor, von der Autorin, die Schreibschulen transportieren. Wie gewohnt, werden wir dafür unsere eigene Dialogkultur anhand von ausgewählten Beispieltexten der Abgänger:innen und Dozierenden pflegen und uns unseren eigenen (überholten?) Vorstellungen schriftstellerischen Fähigkeiten und Aufgaben stellen.

Mo., 14:15 - 15:45 Uhr Beginn: 19.10., wöchentlich

FH 1019 Mohs, Dr. Johanne